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23. Februar 2022Wenn Vikings: Valhalla am 25. Februar auf Netflix startet, werden seit den Ereignissen der ersten Serie mehr als 100 Jahre vergangen sein. Das bedeutet, dass völlig neue Gesichter, ganz andere Schlachten und – was noch wichtiger ist – ganz neue Herausforderungen auftauchen, die ganz neue Fans in ihren Bann ziehen werden. Hinter den Kulissen bleiben jedoch ein paar Ähnlichkeiten zwischen dem neuen Historiendrama und der alten Serie bestehen.
Showrunner Jeb Stuart erläutert: „Wir hatten Glück, dass uns so viele kreative Köpfe aus der alten Serie – von den Produzenten bis hin zu vielen aus der Crew – für die neue Serie Valhalla erneut unterstützt haben. So werden die Fans der Originalserie Vikings zahlreiche ähnliche Elemente finden, unter anderem die exakte historische Darstellung, die detaillierten Figurenentwicklung, die Spannung und natürlich die erstklassigen Actionszenen.“
Kurz vor der Premiere der Serie erzählen Jeb Stuart und Morgan O’Sullivan, der auch bei der Vorgängerserie als ausführender Produzent dabei war, von der Entstehung von Valhalla, den Inspirationen für die Hauptfiguren aus dem realen Leben und warum das Wikingerzeitalter immer wieder Fans fasziniert.
Woher kam die Idee zu Vikings: Valhalla ursprünglich?
Jeb Stuart: Morgan kam vor etwa drei Jahren auf mich zu. Und ich kannte ebenfalls Michael Hirst, den Schöpfer und Drehbuchautor von Vikings. Sie stellten zunächst einmal klar, dass sie nicht einfach nur eine weitere Staffel der alten Serie produzieren, sondern die Geschichte viel weiter in die Zukunft verlegen wollten. Ich sollte ihnen dafür ein Setting für die Geschichte entwerfen.
Morgan O’Sullivan: Michael Hirst hat sämtliche Drehbücher für Vikings allein geschrieben. Das waren 89 Folgen, und verständlicherweise wollte er so langsam mal etwas Neues machen. Allerdings hatte er uns versichert, dass er sehr gerne dabei wäre, sollten wir jemals diese Geschichte weiterspinnen wollen. Zunächst suchte ich eine Person, die Michael ersetzen könnte. Jeb und ich arbeiteten zu der Zeit bereits gemeinsam an der Serie Der Befreier, und ich war völlig fasziniert von ihm. Außerdem erinnerte ich mich daran, dass er in seinen Drehbüchern für so bekannte Filme wie Auf der Flucht und Stirb langsam Action und Figuren ziemlich perfekt miteinander kombiniert hatte. Und genau so etwas wollte ich auch für Valhalla.
Können Sie uns etwas darüber erzählen, wann und wo Vikings: Valhalla spielt?
Jeb Stuart: Für mich war der Startpunkt der Serie im Jahre 1002 ein guter Aufhänger für die Geschichte. Wir befinden uns erneut an bekannten Orten wie dem Kattegat, haben es aber auch mit ganz neuen Orten und Ländern zu tun. Diese Geschichte beginnt mit einem historischen Ereignis des Jahres 1002 und damit mehr als 100 Jahre nach dem Ende der ursprünglichen Serie Vikings. Die Wikinger leben bereits länger auf den britischen Inseln und haben sich im sogenannten Danelag ausgebreitet. Die Bevölkerung im Danelag wuchs und es wanderten nicht nur Dänen, sondern auch Norweger, Schweden und andere Siedler aus ganz Skandinavien ein. Diese Entwicklung wurde für den Sachsenkönig Aethelred II von England zum Problem, denn die sächsischen Adligen fürchteten eine Vermischung, sodass es in nur einer weiteren Generation kaum noch Unterschiede zwischen Sachsen und Wikingern geben würde. Zur gleichen Zeit waren Wikingergruppen in Norwegen und Dänemark in eine Art religiösen Bürgerkrieg verwickelt.
In dieser Serie dreht sich alles um drei neue Hauptfiguren, die historisch belegt sind. Können Sie uns etwas mehr darüber erzählen?
Jeb Stuart: Da sind zum einen Leif Eriksson, der berühmte Erforscher der Wikinger, der zu den ersten Europäern gehörte, die je ihren Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt haben, sowie seine Schwester und legendäre heidnische Kriegerin Freydis Eriksdotter. Zum anderen erlebt das Publikum Harald Sigurdsson, der später als Harald III. einer der letzten großen Wikingerherrscher war. Die drei verbünden sich zu einem Triumvirat, anhand derer die Story entwickelt wird. Für mich repräsentieren sie alle drei jeweils einen anderen Teil des Wikingergeists. Die Verortung von Leif und Freydis – die beide aus Grönland stammen – in Norwegen und am Kattegat und deren Integration in eine Wikingergeschichte scheint zunächst naheliegend zu sein, denn dort beginnt die Reise der beiden und dort lernen sie Harald kennen.
Wie haben Sie die Geschichte der Wikinger studiert, und wie haben Sie die Fakten mit der Fiktion in der Serie vermischt?
Morgan O’Sullivan: In der Serie Vikings war eine der wichtigsten Personen der Serie unser historischer Berater Justin Pollard. Er hat die gesamten Recherchen durchgeführt und war eine wertvolle Stütze für Michael Hirst. Als wir mit Valhalla anfingen, war natürlich klar, dass Jeb auf jeden Fall zunächst Justin Pollard kennenlernen musste. Sie hatten bereits viele Monate gemeinsam gearbeitet, bevor die erste Zeile des Drehbuchs geschrieben wurde, und diese Monate waren sehr wertvoll.
Jeb Stuart: Als ich den ersten Anruf erhalten hatte, in dem ich gefragt wurde, ob ich daran interessiert sei, die Geschichte weiterzuspinnen, wusste ich nicht viel mehr als jeder Zuschauer der Serie. Ich habe dann alles aufgesogen, was ich in die Finger bekam. Leider wissen wir nicht sehr viel über die echten Wikinger, denn sie hinterließen uns keine schriftlichen Aufzeichnungen. Daher sind Recherchen dazu etwas schwierig. Sie haben uns zwar ihre Sagen hinterlassen, aber diese wurden erst 200 Jahre später und von Christen aufgeschrieben. Durch die Ausgrabungen weiß man einiges, aber man kann ständig neue Dinge über die Wikingerkultur entdecken. Aber letztlich haben wir eine ziemlich authentische Serie hinbekommen. Manchmal haben wir zwar Daten und Figuren zeitlich und inhaltlich etwas verschoben, doch die historischen Fakten sind alle korrekt.
Was glauben Sie ist es, was uns heute noch an den Wikingern und ihren Geschichten so fasziniert?
Jeb Stuart: Auf gewisse Weise repräsentieren für uns die Wikinger – wenn man die damalige Brutalität mal außen vor lässt – Eigenschaften, die wir selbst gerne hätten. Sie waren hervorragende Forscher. Sie haben alles hinterfragt und waren wissbegierig. Sie lebten in einer gleichberechtigten Gesellschaft. Frauen konnten sich nicht nur scheiden lassen, sondern sie konnten auch Königreiche beherrschen und besaßen Eigentum. Wenn man es sich verdient hatte, konnte man das Leben in vollen Zügen genießen. Diese Dinge sind zeitlos. Unsere Hauptfiguren haben es mit Beziehungen und Problemen zu tun, die heute genauso relevant sind wie vor 1000 Jahren. Geschichten dieser Art werden uns immer faszinieren und fesseln.
Vikings: Valhalla startet am 25. Februar auf Netflix.
