Unterhaltung
23. November 2020Als Scott Frank (Godless) uns vor drei Jahren zum ersten Mal darauf ansprach, den Roman The Queen’s Gambit von Walter Tevis aus dem Jahr 1983 zu verfilmen, fanden wir die Geschichte faszinierend. Beth ist ein Schach-Wunderkind, aber auch eine Außenseiterin, die mit Sucht, Verlust und Verlassenwerden zu kämpfen hat. Ihr Erfolg trotz aller Widrigkeiten zeugt davon, wie wichtig Durchhaltevermögen, Familie und die Fähigkeit, sich selbst zu finden und sich treu zu bleiben, sind.
Doch ich glaube, keiner von uns hätte vorhersehen können, dass Das Damengambit – und die fantastische Anya Taylor-Joy – zu dem globalen Phänomen werden würden, das sie heute sind, oder dass es zu unserer meistgesehenen Miniserie überhaupt wird. So konnten seit der Premiere der Serie auf Netflix im Oktober folgende Entwicklungen beobachtet werden:
Der Roman The Queen’s Gambit ist nun auf der Bestsellerliste der New York Times – 37 Jahre nach seinem Erscheinen.
Die Suchanfragen auf Google nach Schach haben sich verdoppelt, während Suchanfragen nach „wie spielt man Schach“ den höchsten Stand in neun Jahren erreicht haben.
Die Nachfrage nach „Schachspielen“ auf eBay ist um 250 % gestiegen und Goliath Games gibt an, dass die Verkäufe im Schachbereich um 170 % angestiegen sind.
Die Anzahl neuer Spieler auf Chess.com hat sich verfünffacht.
Die Serie ist in aller Munde, was laut dem Internationalen Schachverband auch zu einem deutlich gestiegenen Interesse an der im nächsten Jahr stattfindenden Schachweltmeisterschaft geführt hat.
Eine Rekordzahl von 62 Millionen Haushalten hat sich in den ersten 28 Tagen dazu entschieden, Das Damengambit auf Netflix anzusehen. Der weltweite Anklang von Russland und Hongkong über Frankreich und Taiwan bis hin zu Australien ist enorm. Die Serie schaffte es in 92 Ländern in die Top 10 und eroberte den Spitzenplatz in 63 Ländern, darunter dem Vereinigten Königreich, Argentinien, Israel und Südafrika.
Wie meisterhaft es Scott Frank gelang, das Drama und die Feinheiten der vielen Schachpartien mit der Kamera zum Leben zu erwecken, beweist sein wahres Können als Autor und Filmemacher. Dies schlägt sich auch in den begeisterten Kritiken und einer selten erreichten Bewertung von 100 % auf Rotten Tomatoes nieder. Unterstützt wurde Scott Frank außerdem von einem unglaublich talentierten Team. Dazu zählen die Kostümbildnerin Gabriele Binder und ihr kunstvoller Einsatz von Schachbrettmustern bei Beths Kostümen, der Komponist Carlos Rafael Rivera mit seiner spannungsgeladenen Musik, die Cutterin Michelle Tesoro mit ihren packenden Bildmontagen, der Szenenbildner Uli Hanisch, der mit leuchtenden Farben in jeder Szene für Akzente sorgte, und der Kameramann Steven Meizler, der jeder Partie atemberaubende Dramatik einhauchte.
Schachmatt.
Nidia Caceros Kilde
nkilde@netflix.com
