Soziale Auswirkung
27. März 2023Unterhaltung nachhaltig machen: Die Dekarbonisierung der Film- und Serienproduktion
Ein Unternehmen nach den Empfehlungen der Klimaforschung neu aufzustellen, gleicht in vieler Hinsicht der Produktion einer Fernsehserie. Der Prozess erstreckt sich über mehrere „Staffeln“, die umfangreiche Planung erfordern – geprägt von unerwarteten Wendungen, Geschichten und Akteuren.
„Der Trailer“: Nach den Erkenntnissen der Klimaforschung ist dieses Jahrzehnt entscheidend, um einen unkontrollierbaren Klimawandel zu verhindern. Wir haben uns daher zwei zeitnahe, wissenschaftlich fundierte Klimaziele gesetzt, die in Jahren statt in Jahrzehnten gemessen werden. Unser erstes Ziel besteht darin, unsere Emissionen bis zum Jahr 2030 zu halbieren1. Darüber hinaus werden wir ab 2022 unsere jährlich verbleibenden CO₂-Emissionen im Rahmen unserer Netto-Null-Zielsetzung durch die Wiederherstellung der Natur und Förderung der Kohlenstoffbindung auf null senken2.
„Die 1. Staffel“: Wie bereits berichtet, stammen die meisten unserer Emissionen aus der Film- und Serienproduktion. Die Filmbranche ist über ein Jahrhundert alt und setzt, wie die meisten Branchen, traditionell auf fossile Energieträger. Die Reduzierung dieser Emissionen ist entscheidend für das Klima und wirtschaftlich sinnvoll. Wir gehen diese Aufgabe mit unserem OED-Konzept an: An erster Stelle steht die Optimierung der Energienutzung, gefolgt von einer umfassenden Elektrifizierung und schließlich der Dekarbonisierung der verbleibenden Emissionen. Mithilfe dieses Konzepts konnten wir vier Hauptstrategien identifizieren: Energieeffizienz, die Elektrifizierung von Fahrzeugen, saubere mobile Stromversorgung (Alternativen zu den Dieselgeneratoren, die überall in der Unterhaltungsbranche eingesetzt werden)sowie erneuerbare Energien.
Unser Bericht aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass wir 2021 eine 10%ige Einsparung unserer Emissionen erreichen konnten. Die Details zu unseren Emissionen im Jahr 2022 werden im Rahmen unseres jährlichen ESG-Berichts bekannt gegeben, der im Juni veröffentlicht wird. Zusätzlich zu unseren Bemühungen bei der Dekarbonisierung konnten wir unser Versprechen einlösen und unsere verbleibenden Emissionen auf Netto-Null senken, indem wir in die Kraft der Natur investierten, um die Kohlenstoffbindung zu fördern3. All dies deckt sich mit den jüngsten Handlungsempfehlungen von neun Forschungs-, Nichtregierungs- und multilateralen Regierungsorganisationen, die zu folgendem Schluss kommen: „Wenn das Ziel, die weltweiten Emissionen bis 2030 zu halbieren, noch erreicht werden soll, dann müssen alle Unternehmen – zusätzlich zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in den Unternehmen und Wertschöpfungsketten – in den Schutz, das Management und die Wiederherstellung der Natur investieren, beispielsweise durch den Erwerb qualitativ hochwertiger naturbezogener Klima-Gutschriften.“ Im Vergleich zu unseren Anstrengungen zur Dekarbonisierung stehen diese Gutschriften an letzter Stelle; betrachtet man aber die wissenschaftlichen Erkenntnisse (Weltklimarat (IPCC), Nature), ist auch klar: Ihr Einsatz sollte nicht aufgeschoben werden.
„Die 2. Staffel“ und darüber hinaus: All diese Maßnahmen und Pilotprojekte werden sich auszahlen, wenn wir unseren Einsatz von CO₂-armem Strom und Brennstoffen intensivieren und dadurch einen Sinneswandel im gesamten Ökosystem der Anbieter auslösen, von denen wir Studios, Büros und Produktionsausstattung mieten.
So sieht es aus, wenn man eine Vorreiterrolle in der Branche übernimmt. Netflix setzt neue Maßstäbe, da das Unternehmen seine Betriebsabläufe nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichtet, Pionierarbeit zum Schutz der Natur leistet und den Anbietern eindeutig vermittelt, dass Nachhaltigkeit eine messbare Priorität darstellt. Wir sehen nicht nur Fortschritte in Bezug auf ambitionierte zeitnahe Ziele, Netflix setzt seine Plattform auch dafür ein, einen positiven Wandel im Allgemeinen zu bewirken. Es ist unübersehbar, dass Netflix Engagement für das Klima sehr ernst nimmt. - Elizabeth Sturcken, Managing Director, Environmental Defense Fund
Nachhaltigkeit unterhaltsam machen: Die Unterstützung von Kreativen, die Nachhaltigkeit ins Rampenlicht rücken wollen
Wie der Klimawandel um uns herum alles verändert und welche innovativen Nachhaltigkeitslösungen zur Bewältigung der Herausforderungen infolgedessen überall entwickelt werden, gehören mit zu den bedeutendsten Geschichten unserer Zeit – diese Realität spiegelt sich bereits auf Netflix wider.
Im Jahr 2022 haben sich 165 Millionen Haushalte überall auf der Welt – und damit mehr als 70 % unserer Mitglieder – mindestens einen Titel auf Netflix angesehen, der zu ihrem Verständnis von Klima-Problemen beigetragen hat und/oder aussichtsreiche Lösungen zum Thema Nachhaltigkeit aufzeigen konnte. Damit unsere Mitglieder diese Geschichten leichter finden können, haben wir über 200 dieser Serien, Filme und Specials in einer Netflix-Kollektion zusammengestellt – Geschichten über Nachhaltigkeit
Das Thema Nachhaltigkeit hat viele Gesichter – Titel mit „grünen Themen“ wie Don’t Look Up und Das Seeungeheuer sorgen für Diskussionsstoff zur Untätigkeit in Sachen Klimawandel oder Naturschutz und sind gleichzeitig zwei der beliebtesten Filme auf Netflix. Da die Auswirkungen des Klimawandels und mögliche Lösungen jedoch bereits zu unserem Alltag gehören, spiegeln sie sich auch immer häufiger in Figuren, Schauplätzen und Nebenhandlungen wider. Beispiele solcher „grünen Beiträge“ sind der attraktive Biobauer in Süße Magnolien, die junge Klimaaktivistin im Mittelpunkt einer Folge von Queer Eye und die Vorschulhelden in Die Oktonauten: auf dem Festland. Darüber hinaus gibt es in vielen weiteren Titeln „grüne Momente“ in den Dialogen, der Hintergrundgeschichte oder der Action. Beispiele dafür sind etwa Ginnys Sorgen darüber, dass sich „keiner um den Planeten schert“ in Ginny & Georgia oder Phil Rosenthals Erkenntnis in Somebody Feed Phil, darüber, dass ihm pflanzenbasierte Speisen schmecken.
Wir haben in diesem zweiten Jahr gute Fortschritte erzielt, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns. Wir freuen uns darauf, auch weiterhin aktuelle Informationen zu unseren Bemühungen bereitzustellen und unsere gewonnenen Erkenntnisse weiterzugeben.
1 Unabhängig von der gemeinnützigen Organisation SBTi.org als „wissenschaftlich fundiertes Ziel“ bestätigt, um die absoluten Emissionen um 46 % zu senken. 2 Es gibt keinen einheitlichen Standard oder eine Definition für den Begriff „Netto-Null“ auf Organisationsebene. Wir arbeiten bei Netflix daran, unseren CO₂-Fußabdruck in dem von der Klimaforschung angeratenen Maße zu verringern und dann die Emissionen, die wir noch nicht reduzieren können, durch entsprechende Gutschriften auszugleichen. Seit dem Finanzjahr 2020 haben wir die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY engagiert, um unsere Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen, einschließlich der Anwendung von Zertifikaten für erneuerbare Energien (RECs) und Klima-Gutschriften, zu überprüfen. Unsere ESG-Berichte enthalten einen Link zu den Assurance-Berichten von EY. 3 Während wir auf einheitliche Richtlinien der Organisationen warten, die für eine größere Transparenz auf den freiwilligen Kohlenstoffmärkten sorgen sollten, wenden wir weiterhin unsere öffentlich zugänglichen fünf Screening-Kriterien an (S. 19) und geben die gesamte Liste der angerechneten Projekte, wie bereits im vergangenen Jahr, in unserem ESG-Bericht an (S. 20).
