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Inklusion verwirklichen: Ergebnisse aus unserer ersten Diversity-Studie zu Filmen und Serien von Netflix

Building a Legacy of Inclusion

Der Netflix Fonds für Chancengleichheit und Inklusion wird in die  Vielfalt der nächsten Generation im Storytelling investieren

Als wir 2013 unsere ersten Serien wie House of Cards und Orange Is the New Black starteten, wollten wir Geschichten erzählen, die es anderswo nicht gab. Dabei ging es uns nicht nur um die Vielfältigkeit unseres Angebots, sondern auch um die Personen und Kulturen, die wir in unseren Produktionen zeigten.

Während wir unseren Film- und Dokumentationsbereich ausbauten, war es uns wichtig, die Messlatte höher zu legen, indem wir Talente aus traditionell unterrepräsentierten Communitys ins Rampenlicht rückten, wie Laverne Cox, Rachel Morrison, Yance Ford und Dee Rees.  Geschichten wie Dear White People, When They See Us,  Atypical, Master of None und Nanette kamen gut bei einem Publikum an, das sich selbst nur selten auf dem Bildschirm sah. Wir dachten, wir würden Fortschritte machen … doch war das wirklich so und reichte es aus?

Zur Beantwortung dieser Frage baten wir Dr. Stacy L. Smith, die Gründerin und Direktorin der Annenberg Inclusion Initiative der University of Southern California (USC), unsere in den USA in Auftrag gegebenen Filme und Serien über einen Zeitraum von zwei Jahren von 2018 bis 2019 zu untersuchen. Sie und ihr Team sind bekannt für ihre Arbeit in diesem Bereich, u. a. aufgrund der Berichte zu Unterrepräsentation in beliebten Filmen, die die Darstellung von Geschlecht, ethnischen Hintergründen, LGBTQ+-Identitäten und Behinderungen auf der Leinwand branchenweit untersuchen.  

Der daraus resultierende Annenberg-Bericht der USC, der heute veröffentlicht wurde, analysiert die Zusammensetzung der Netflix-Besetzungen und der Talente hinter der Kamera – Creators, Produzent*innen, Autor*innen und Regisseur*innen. (Hier finden Sie die Zusammenfassung sowie den vollständigen Bericht.) Wir haben diesen Bericht im Interesse der Transparenz veröffentlicht. Denn ohne diese Art von Informationen lässt sich nur schwer beurteilen, ob wir uns wirklich verbessern oder nicht. Der Bericht verdeutlicht, dass Netflix zwar von Jahr zu Jahr Fortschritte im Bereich Repräsentation und Inklusion gemacht, gleichzeitig aber noch einen langen Weg vor sich hat.

Bei der Untersuchung von 22 Inklusionsindikatoren für Filme und Serien zeigten 19 eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Wir sind der Branche voraus, wenn es darum geht, Frauen und Women of Color als Creators, Showrunnerinnen und Regisseurinnen von Serien zu engagieren, und wir haben eine Gleichstellung der Geschlechter in den Hauptrollen unserer Filme und Serien erreicht. Wir haben auch die proportionale Repräsentation von Schwarzen Schauspieler*innen über die beiden untersuchten Jahre hinweg übertroffen. Allerdings erhöhte sich die Repräsentation nicht für alle ethnischen Gruppen während des Untersuchungszeitraums. Beispielsweise gibt es im Vergleich zur US-Bevölkerung immer noch beträchtliche Lücken bei der Repräsentation von Communitys mit Wurzeln in Lateinamerika, Nahost/Nordafrika, den indigenen Völkern Amerikas/Alaskas/Hawaiis und dem pazifischen Raum. Und auch bei der stärkeren Repräsentation der LGBTQ-Community und Personen mit Behinderungen gibt es noch einiges zu tun. 

Dr. Smiths jahrelange Forschung – einschließlich dieser neuen Studie – zeigt, dass Inklusion hinter der Kamera die Inklusion vor der Kamera exponentiell steigert. Beides hängt davon ab, dass die Netflix-Führungskräfte, die diese Geschichten in Auftrag geben, ebenfalls eine entsprechende Vielfalt aufweisen. Wir haben gerade unseren ersten Inklusionsbericht zur Zusammensetzung der Netflix-Belegschaft veröffentlicht. Im Lauf der Jahre haben wir festgestellt, dass wir unsere Arbeit mit einem „Inklusions-Fokus“ angehen müssen, um echte Veränderungen zu bewirken. Dazu müssen wir mehr Fragen stellen, z. B. „Wer kommt nicht zu Wort?“, „Wer wird ausgeschlossen?“, „Handelt es sich um eine authentische Darstellung?“. Dieser Fokus wirkt sich direkt darauf aus, wer für Führungs- und sonstige Positionen eingestellt wird, und auf die Geschichten, die wir unseren Mitgliedern erzählen möchten.

Unser Streben nach Verbesserung bedeutet, noch mehr Möglichkeiten für Menschen aus unterrepräsentierten Communitys zu eröffnen und ihnen Gehör zu verschaffen. Außerdem müssen wir gezielt Kapazitäts- und Qualifikationslücken durch Schulungsprogramme schließen, wo diese nötig sind. Deshalb freuen wir uns, heute die Gründung des Netflix Fonds für Chancengleichheit und Inklusion bekannt zu geben. In den nächsten fünf Jahren werden wir insgesamt 100 Millionen US-Dollar in externe Organisationen mit einer starken Erfolgsbilanz bei der Förderung unterrepräsentierter Communitys in der Serien- und Filmbranche sowie in speziell von Netflix entwickelte Programme investieren. Dies wird uns dabei helfen, aufstrebende Talente in aller Welt zu identifizieren, auszubilden und zu beschäftigen.

Der neue Fonds ergänzt andere Investitionen, die wir getätigt haben, um neue, junge Talente zu entdecken und auszubilden, beispielsweise unser Engagement für die Ghetto Film School, Project Involve von Film Independent, Firelight Media und Black Public Media, um Schwarze Kreative zu fördern, oder die „Latinx Inclusion Fellowship“-Reihe des Los Angeles Latino International Film Festivals, die afrolateinamerikanische Regisseur*innen fördert. Wir haben derartige Bemühungen auch außerhalb der USA unterstützt. In Kanada haben wir mit imagineNATIVE ein Mentorenprogramm ins Leben gerufen, um indigene Regisseur*innen, Produzent*innen und Drehbuchautor*innen wie Kiley May zu unterstützen. Wir haben auch daran gearbeitet, Schulungsprogramme für unsere Serien zu entwickeln, wie Top Boy in Großbritannien und 3 % in Brasilien, die jeweils angehende Regisseur*innen aus vielfältigen Bevölkerungsgruppen ans Set einluden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, den Regievorgang aus nächster Nähe zu beobachten. 

Wir sind fest entschlossen, unsere Arbeit mit Dr. Smith und der USC fortzusetzen, und werden bis 2026 alle zwei Jahre einen Bericht veröffentlichen. Wie Dr. Smith mir mitteilte, ist sie sich „keiner anderen quantitativen Studie bewusst, die diesen Grad an Nuanciertheit aufweist“, und dies „eine hohe Messlatte für die gesamte Branche darstellt“, denn „ein interner Audit ist ein entscheidender erster Schritt in Richtung eines umfassenden Wandels.“ Wir planen auch, ähnliche Studien in anderen Ländern der Welt durchzuführen. Unsere Hoffnung ist es, einen Benchmark für uns selbst und für die gesamte Branche zu schaffen.

Wir glauben, dass all diese Bemühungen dazu beitragen werden, den Wandel zu beschleunigen, für den sich Dr. Smith schon so lange einsetzt: Inklusion in der Unterhaltungsbranche eine fest verankerte Wirklichkeit werden zu lassen. Wir befinden uns noch im Anfangsstadium eines großen Wandels, der dazu führen wird, dass großartige Geschichten nicht nur überall Anklang finden können, sondern wirklich von überall her kommen und von jedem geschaffen werden können, egal welchen Hintergrund er oder sie hat. Und indem wir unsere eigene Leistung besser verstehen lernen, hoffen wir, Veränderungen nicht nur bei Netflix, sondern in der gesamten Branche anzuregen.